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Netcup Schwierigkeit: Einsteiger

netcup Snapshots & das Server Control Panel (SCP)

netcup Server Control Panel & Snapshots richtig nutzen: ein Sicherheitsnetz vor riskanten Änderungen – und warum es kein echtes Backup ersetzt.

· 7 Min. Lesezeit ·Dauer: ca. 15 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Bevor du etwas Riskantes am Server machst – ein großes Update, eine heikle Config-Änderung – willst du einen Punkt haben, zu dem du in Minuten zurückkehren kannst. Genau dafür sind netcup-Snapshots da. Dieses Tutorial zeigt dir das Server Control Panel (SCP) und wie du Snapshots richtig einsetzt – und wo ihre Grenze liegt.

Was bauen wir?

Du lernst das netcup Server Control Panel (SCP) kennen – die Weboberfläche zu deinem Server – und erstellst dort einen Snapshot: einen vollständigen Abzug deiner Server-Festplatte, zu dem du bei einem Missgeschick in wenigen Minuten zurückkehrst. Am Ende weißt du, wann ein Snapshot dein Retter ist – und warum er trotzdem kein Ersatz für ein echtes Backup ist.

Voraussetzungen

  • Ein netcup-Server, z. B. dein erster VPS.
  • Deine SCP-Zugangsdaten – sie stehen in der netcup-Willkommensmail und sind andere als dein SSH-Login.
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Schritt für Schritt

Schritt 1: Im SCP anmelden und den Server finden

Öffne servercontrolpanel.de und melde dich mit deinen SCP-Zugangsdaten an. Du landest in der Server-Liste; ein Klick auf deinen Server öffnet die Übersicht mit Produkt, Status und Hardware. Oben siehst du die Reiter, über die du alles steuerst – Snapshots liegen unter „Medien".

Die Server-Übersicht im netcup SCP mit den Reitern; Snapshots liegen unter „Medien"
Die Server-Übersicht im SCP – die Reiter führen zu allen Funktionen

Anderer Login als SSH

Das SCP hat eigene Zugangsdaten (Kundennummer + SCP-Passwort), unabhängig von deinem SSH-Zugang. Bewahre sie im Passwortmanager auf – über das SCP kommst du auch dann an den Server, wenn SSH klemmt (z. B. über die VNC-Konsole unter „Bildschirm").

Schritt 2: Einen Snapshot erstellen

Geh auf Medien → Snapshots. Unter Snapshot erstellen füllst du aus:

  • Name: benenne ihn nach dem Warum, nicht nach dem Datum allein – z. B. vor-update-2026-08. So weißt du später, wozu er da war.
  • Beschreibung: ein Satz Kontext (optional, aber hilfreich).
  • Festplatte: in der Regel vda (deine Systemplatte).
  • Typ: hier liegt die wichtigste Entscheidung – siehe unten.

![Die Snapshot-Maske im SCP mit Name, Beschreibung, Festplatte und Typ](netcup-snapshot-erstellen.png “„Snapshot erstellen” – Name nach dem Zweck vergeben, Typ bewusst wählen")

Offline- oder Online-Snapshot?

  • Offline-Snapshot (netcups Empfehlung): Der Server wird für die Aufnahme kurz heruntergefahren. Das garantiert einen konsistenten Stand – die richtige Wahl, wenn Datenbanken laufen, und wenn du dir die kurze Downtime leisten kannst. Nur Offline-Snapshots lassen sich später exportieren (Schritt 4) und in einen anderen netcup-Server importieren – dessen Festplatte muss dafür mindestens so groß sein wie die gesicherte Partition.
  • Online-Snapshot: Aufnahme im laufenden Betrieb, ohne Downtime; er sichert zusätzlich den laufenden Zustand des Servers. Dafür gilt: Er kann nicht exportiert werden, der Server kann während der Aufnahme ein paar Minuten nicht reagieren, und Dateiänderungen mitten in der Aufnahme können laut netcup zu irreparablem Datenverlust führen. Bei Local Block Storage steht er derzeit gar nicht zur Verfügung.

Ein Klick auf Erstellen startet den Vorgang; je nach Datenmenge dauert er ein paar Minuten. Er läuft im Hintergrund – in der Liste darüber tauchen anschließend Erstellungsdatum und Typ auf, sobald er fertig ist. Die kurze Downtime eines Offline-Snapshots legst du am besten in eine ruhige Zeit; danach ist dein Rückkehrpunkt gesetzt und du kannst die geplante Änderung angehen.

Wie viele Snapshots gehen?

Eine feste Zahl an Snapshot-Plätzen gibt es nicht, und ein neuer Snapshot überschreibt keinen alten – jeder bleibt in der Liste stehen, bis du ihn über Löschen entfernst. Die Obergrenze setzt der freie Speicherplatz: Ein Snapshot braucht Platz neben deinen Live-Daten. Nicht verwechseln mit der Zeile zu den Snapshot-Exporten in der Server-Übersicht – die zählt die verbleibenden Downloads (einer ist pro Server kostenlos), nicht die freien Snapshot-Plätze.

Schritt 3: Einen Snapshot zurückspielen

Ist etwas schiefgegangen, findest du den Snapshot in der Liste unter Snapshots; in der Spalte Aktionen stehen Wiederherstellen, Exportieren und Löschen. Wiederherstellen plus OK setzt den Server auf den gewählten Stand zurück. Löschen plus OK entfernt den Snapshot – auch das lässt sich nicht rückgängig machen.

Zurückspielen überschreibt alles

Ein Restore setzt die Festplatte komplett auf den Snapshot-Stand zurück, der aktuelle Serverzustand geht dabei verloren. Alles, was seither passiert ist, ist weg – neue Daten, Änderungen, Uploads. Nutze das nur bewusst im Notfall, nicht als „schnelles Rückgängig".

Schritt 4: Einen Offline-Snapshot exportieren (optional)

Ein Offline-Snapshot muss nicht bei netcup liegen bleiben: Exportieren schaltet in derselben Zeile die Schaltfläche Herunterladen frei, über die du den Abzug auf deinen eigenen Rechner ziehst. Pro Server ist genau ein Export kostenlos – wie viele dir noch bleiben, zeigt die Server-Übersicht aus Schritt 1. Weitere buchst du im Kundenkonto (CCP) unter Produkte → Lupensymbol vor dem Produkt → Snapshot.

Der Download ist mit zstd komprimiert und muss vor dem Wiederverwenden entpackt werden:

Terminal
zstd -d snapshot.raw.zst -o snapshot.raw

Danach liegt das Roh-Image (snapshot.raw) mit derselben Größe wie die Serverpartition vor – plane den Plattenplatz ein. Wenn du beim Herunterladen gleich entpacken willst, geht auch das in einem Rutsch; ersetze DEINE_DOWNLOAD_URL durch den Link aus dem SCP:

Terminal
curl --progress-bar -L "DEINE_DOWNLOAD_URL" | zstd -do snapshot.raw

Der eine Gratis-Export ist ein netter Notausgang, wenn du den Server verlässt – eine Backup-Strategie ist er nicht, weil du ihn nicht regelmäßig wiederholen kannst.

Schritt 5: Die weiteren Rettungsanker im SCP

Das SCP hat mehr als Snapshots – gut zu wissen für den Ernstfall:

  • Bildschirm (VNC-Konsole): direkter Bildschirmzugang zum Server, auch wenn SSH streikt – der Rettungsanker aus dem SSH-Tutorial.
  • Rettungssystem: bootet den Server in ein Notfall-Linux, um eine kaputte Installation zu reparieren.
  • Medien → Images / DVD-Laufwerk: ein anderes Betriebssystem einspielen.
  • Firewall: eine Paketfilter-Ebene vor dem Server, unabhängig vom Betriebssystem – wie du sie baust, zeigt netcup-Firewall im SCP einrichten.

Was jeder Bereich im Detail kann, beschreibt die netcup-Dokumentation zum Bereich „Medien".

Wenn es nicht funktioniert

„Erstellen" legt keinen Snapshot an, solange eine DVD eingelegt ist. Hängt unter Medien → DVD-Laufwerk ein .iso-Image im virtuellen Laufwerk, verweigert das SCP neue Snapshots. Wirf das Image dort aus – in der Server-Übersicht muss die Zeile ISO wieder - zeigen – und starte den Snapshot erneut.

Der Snapshot lässt sich nicht anlegen, weil der Speicherplatz nicht reicht. Ein Snapshot braucht Platz neben deinen Live-Daten. Räume auf dem Server auf, gib die freigewordenen Blöcke mit fstrim -av an den Host zurück, lösche nicht mehr benötigte Snapshots und stoße im SCP unter Medien → Festplatten die Speicheroptimierung an.

Nach einem Online-Snapshot-Restore ist die Datenbank beschädigt. Ein Online-Snapshot fängt einen laufenden Schreibvorgang womöglich mittendrin ein. Für Server mit Datenbank nimm einen Offline-Snapshot oder erstelle vorher einen Datenbank-Dump.

Du kommst nicht ins SCP. Das SCP nutzt eigene Zugangsdaten (nicht SSH). Sie stehen in der Willkommensmail; ein vergessenes SCP-Passwort setzt du im netcup-Kundenkonto (CCP) zurück.

Wartung & Backups

  • Snapshot ≠ Backup – der wichtigste Punkt. Ein Snapshot liegt bei netcup, auf demselben Storage wie dein Server und unter deinem Account. Fällt der Account, das Rechenzentrum oder dein Zugang aus, ist er mit weg. Er ist ein schnelles Sicherheitsnetz, kein ausgelagertes Backup – und der eine kostenlose Export aus Schritt 4 ändert daran nichts, weil er sich nicht regelmäßig wiederholen lässt.
  • Snapshot vor jeder riskanten Aktion. Vor großen Updates, Migrationen oder heiklen Config-Änderungen: erst Snapshot, dann loslegen. Ist die Aktion durch und läuft alles, kannst du ihn löschen und beim nächsten Mal einen frischen anlegen.
  • Snapshots altern. Ein Monate alter Snapshot bringt dich auf einen längst überholten Stand zurück – im Zweifel schlimmer als kein Snapshot. Erneuere ihn gezielt vor jeder größeren Aktion; ein frischer Rückkehrpunkt ist mehr wert als ein alter.
  • Für echte Sicherheit brauchst du beides. Ergänze den Snapshot um verschlüsselte Off-Site-Backups – wie das geht, zeigt das Tutorial zu Backups mit Restic. Faustregel: Snapshot fürs schnelle Zurück, Restic fürs „mein Server ist weg".

Zuletzt aktualisiert: 12.08.2026

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