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Netcup Schwierigkeit: Fortgeschritten

netcup VPS 1000 G12 im Benchmark: Wie schnell ist er wirklich?

Echte Benchmark-Werte des netcup VPS 1000 G12: CPU, RAM, NVMe und Netzwerk – gemessen mit sysbench und fio, inklusive Befehlen zum Nachmessen.

· 7 Min. Lesezeit ·Dauer: ca. 30 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Der VPS 1000 G12 ist netcups Einstiegs-VPS und der Server, auf dem die meisten Serverküche-Rezepte laufen. Aber wie schnell ist er wirklich? Wir haben ihn mit Standard-Tools durchgemessen – und zeigen dir die Befehle, mit denen du deinen eigenen Server gegenprüfst.

Was messen wir?

Wir benchmarken die vier Dinge, die im Selfhosting-Alltag zählen: CPU, Arbeitsspeicher, NVMe-Disk und Netzwerk – jeweils mit etablierten Open-Source-Tools (sysbench, fio, 7z, openssl, curl). Alle Zahlen unten stammen aus einem echten VPS 1000 G12 unter Debian 13. Das Testgerät: AMD EPYC-Genoa, 4 vCore, 8 GB RAM, 256 GB NVMe.

Die wichtigsten Werte auf einen Blick:

BereichMesswert (VPS 1000 G12)
CPU – 1 Kern (sysbench)1.495 Events/s
CPU – 4 Kerne (sysbench)5.974 Events/s (≈ 4× Skalierung)
7-Zip (7z b)~27.400 MIPS gesamt
AES-256-GCM (AES-NI)~7,7 GB/s
RAM-Durchsatz~30 GB/s
NVMe – 4K Random Read101.000 IOPS
NVMe – 4K Random Write67.000 IOPS
NVMe – sequenziell lesen4,3 GB/s
NVMe – sequenziell schreiben3,1 GB/s
Download (Falkenstein)~246 MB/s (rund 2 Gbit/s)
Latenz (Anycast-Resolver 1.1.1.1)~12 ms
Steal Time (im Test)0 %

Kurzeinordnung: Für einen Einstiegs-VPS sind das durchweg starke Werte – vor allem die NVMe-Disk und das Netzwerk spielen weit über dem, was man vom günstigsten Tarif erwartet. Wichtig ist aber der Kontext: Ein VPS teilt sich die physische CPU mit anderen Kund:innen (geteilte vCores). Deine Werte können je nach Auslastung der Nachbarn abweichen – wie du das erkennst, steht in „Wenn es nicht funktioniert".

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Voraussetzungen

  • Ein netcup-Server, z. B. dein erster VPS, mit SSH-Zugang.

  • Die Benchmark-Tools. Alle sind in den Debian-Paketquellen:

    Terminal
    sudo apt update
    sudo apt install -y sysbench fio p7zip-full
  • Etwas freien Speicherplatz (die Disk-Tests schreiben ein paar GB temporär) und idealerweise keine produktive Last während der Messung.

Miss mehrmals

Ein einzelner Benchmark ist eine Momentaufnahme. Führe jeden Test zwei- bis dreimal aus und am besten zu unterschiedlichen Tageszeiten – dann siehst du, wie stabil die Werte sind.

Schritt für Schritt

Schritt 1: Den Server einordnen

Bevor du misst, schau dir an, womit du es zu tun hast:

Terminal
grep -m1 "model name" /proc/cpuinfo && nproc && free -h
Ausgabe
model name : AMD EPYC-Genoa Processor
4
               total        used        free      shared  buff/cache   available
Mem:           7.8Gi       689Mi       3.0Gi       656Ki       4.3Gi       7.1Gi

Vier vCores auf einer AMD EPYC-Genoa (netcups aktuelle G12-Generation) und 8 GB RAM. Wirf auch einen Blick auf die Steal Time – der Prozentsatz, den die CPU „wartet", weil ein Nachbar auf demselben Host gerade rechnet:

Terminal
vmstat 1 3

In der Spalte st (ganz rechts) sollte möglichst 0 stehen. Bei uns war sie über den ganzen Test 0 – kein spürbarer Nachbar-Einfluss. Hohe, dauerhafte Steal-Werte wären das Zeichen eines überbuchten Hosts.

Schritt 2: CPU

sysbench rechnet Primzahlen – einmal auf einem Kern, einmal auf allen vieren:

Terminal
sysbench cpu --cpu-max-prime=20000 --threads=1 run
sysbench cpu --cpu-max-prime=20000 --threads=4 run
Ausgabe
1 Thread:   events per second:  1494.66
4 Threads:  events per second:  5973.69

Zwei Dinge sind hier bemerkenswert: die solide Single-Thread-Leistung (Genoa-Kerne sind schnell) und die fast perfekte Skalierung – 4 Threads liefern das 3,996-fache eines einzelnen. Das heißt: Zum Messzeitpunkt standen die vier vCores voll zur Verfügung, ohne dass sich Nachbarn Rechenzeit abgezwackt haben.

Ein zweiter, praxisnaher CPU-Test ist der eingebaute 7-Zip-Benchmark (Kompression, nutzt alle Kerne):

Terminal
7z b
Ausgabe
Tot:  ...  27425  (MIPS gesamt)

7z b misst Kompression und Dekompression getrennt (jeweils eine eigene Zeile) und fasst beide in der Tot:-Zeile zu einem Gesamt-Rating zusammen – das sind die rund 27.400 MIPS. Ein guter Richtwert, um den VPS mit anderen 7-Zip-Ergebnissen im Netz zu vergleichen. Und weil Verschlüsselung überall mitläuft (HTTPS, Backups, VPN), noch die AES-Leistung mit Hardware-Beschleunigung (AES-NI):

Terminal
openssl speed -evp aes-256-gcm
Ausgabe
type             16 bytes     64 bytes    256 bytes   1024 bytes   8192 bytes  16384 bytes
AES-256-GCM      89283.37k   343370.05k  1270428.16k  3164995.93k  7671136.75k  8464845.66k

openssl speed misst standardmäßig single-threaded – die Zahl gilt also für einen Kern. Für den Durchsatz über alle Kerne hängst du -multi $(nproc) an. In unserem Lauf lag ein einzelner Kern bei den 8-KB-Blöcken bei rund 7,7 GB/s (7.671.136 k). TLS ist auf diesem Prozessor damit ohnehin nie der Flaschenhals.

Schritt 3: Arbeitsspeicher

sysbench schreibt einen großen Block wiederholt durch den RAM und misst den Durchsatz:

Terminal
sysbench memory --memory-block-size=1M --memory-total-size=30G --threads=4 run
Ausgabe
30720.00 MiB transferred (28727.21 MiB/sec)

Rund 30 GB/s – reichlich für Datenbanken, Caches (Redis/Valkey) und alles, was viele kleine Objekte im Speicher hält. RAM ist bei diesem Tarif erfahrungsgemäß eher über die Menge (8 GB) als über den Durchsatz limitiert.

Schritt 4: NVMe-Disk

Hier trennt sich Spreu von Weizen – die Disk ist bei den meisten selbstgehosteten Apps der eigentliche Flaschenhals. fio misst realistisch, wenn du mit --direct=1 den Seiten-Cache umgehst (sonst misst du den RAM, nicht die Platte). Zuerst die für Datenbanken entscheidenden 4K-Random-IOPS:

Terminal
# Lesen (4K random read)
fio --name=rr --ioengine=libaio --direct=1 --rw=randread --bs=4k \
  --numjobs=4 --iodepth=32 --size=512M --runtime=20 --time_based --group_reporting

# Schreiben (4K random write) – gleicher Befehl, nur --rw=randwrite
fio --name=rw --ioengine=libaio --direct=1 --rw=randwrite --bs=4k \
  --numjobs=4 --iodepth=32 --size=512M --runtime=20 --time_based --group_reporting
Ausgabe
read:  IOPS=101k, BW=394MiB/s
write: IOPS=67.0k, BW=262MiB/s

101.000 Lese- und 67.000 Schreib-IOPS bei 4K – das ist echtes NVMe-Niveau und der Grund, warum sich Nextcloud, Datenbanken oder Paperless auf diesem VPS spürbar flüssig anfühlen. Und der sequenzielle Durchsatz (große Dateien, Backups, Video):

Terminal
# Lesen (sequenziell)
fio --name=sr --ioengine=libaio --direct=1 --rw=read --bs=1M \
  --numjobs=1 --iodepth=16 --size=2G --runtime=15 --time_based

# Schreiben (sequenziell) – gleicher Befehl, nur --rw=write
fio --name=sw --ioengine=libaio --direct=1 --rw=write --bs=1M \
  --numjobs=1 --iodepth=16 --size=2G --runtime=15 --time_based
Ausgabe
READ:  bw=4123MiB/s (4,3 GB/s)
WRITE: bw=2937MiB/s (3,1 GB/s)

4,3 GB/s lesend, 3,1 GB/s schreibend. Ein restic-Backup oder ein großer docker pull ist damit in Sekunden durch.

Schritt 5: Netzwerk

Für den Durchsatz lädst du eine große Testdatei von einem gut angebundenen Server. Wir nehmen den Hetzner-Speedtest in Falkenstein (Deutschland):

Terminal
curl -o /dev/null -w "%{speed_download} B/s in %{time_total}s\n" \
  https://fsn1-speed.hetzner.com/1GB.bin
Ausgabe
246095181 B/s in 4.36s

~246 MB/s, also rund 2 Gbit/s – 1 GB in gut vier Sekunden. Ein Download aus den USA (Ashburn) lag distanzbedingt bei ~36 MB/s; innerhalb Europas ist die Anbindung exzellent. Zum Schluss die Latenz:

Terminal
ping -c 5 1.1.1.1
Ausgabe
rtt min/avg/max/mdev = 12.314/12.337/12.365/0.019 ms

~12 ms zu 1.1.1.1 (Cloudflares Anycast-Resolver, also ein naher Netzknoten – kein rein deutsches Zi), sehr konstant (die Abweichung liegt im Hundertstel-Bereich). IPv6 ist aktiv und funktioniert; ein Ping über IPv6 lag bei ~26 ms.

Wenn es nicht funktioniert

Deine Werte liegen deutlich unter unseren, besonders bei der CPU. Ein VPS teilt sich die physische CPU. Prüfe die Steal Time (vmstat 1, Spalte st) und top (Zeile %st). Ist sie dauerhaft hoch, rechnen gerade Nachbarn auf demselben Host. Miss zu einer anderen Tageszeit erneut – oft ist der Unterschied dann weg.

Die Disk-Werte sind absurd hoch (z. B. „10 GB/s random read"). Dir fehlt --direct=1 – dann misst fio den RAM-Cache, nicht die NVMe. Immer mit direktem I/O testen, sonst sind die Zahlen wertlos.

lsblk zeigt für vda die Spalte ROTA=1 („rotierend") – ist das eine Festplatte statt NVMe? Nein. Das ist ein Virtualisierungs-Artefakt: Der virtio-Treiber meldet die virtuelle Disk pauschal als rotierend. Die gemessenen 100k+ IOPS und 4 GB/s beweisen, dass echter Flash-Speicher dahintersteht.

Der Download ist viel langsamer als 2 Gbit/s. Miss gegen einen nahen, schnellen Server (z. B. Falkenstein). Ein weit entferntes Ziel oder eine langsame Gegenstelle begrenzt die Messung, nicht dein VPS. Ein einzelner curl-Stream schöpft zudem nicht immer die volle Bandbreite aus.

Jeder Lauf liefert andere Zahlen. Normal – Benchmarks schwanken. Miss mehrfach, verwirf den ersten („warmen") Lauf und nimm den Median. Vergleiche außerdem nur gleiche Tool-Versionen und Parameter miteinander.

Performance im Blick behalten

  • Für wen reicht der VPS 1000 G12? Für praktisch alle Einzeldienste dieser Seite – SSH, Traefik, Vaultwarden, Uptime Kuma, ein kleines Nextcloud. Eng wird es weniger bei CPU oder Disk als beim RAM: Sobald mehrere schwere Apps (Nextcloud
    • Immich + Datenbanken) parallel laufen, ist ein Upgrade zum VPS 2000 (16 GB) der sinnvollste nächste Schritt.
  • Steal Time dauerhaft beobachten. Ein einmaliger Benchmark ist eine Momentaufnahme. Wer die Leistung langfristig im Blick behalten will, nimmt CPU-Steal, I/O und Netzwerk in ein Grafana-Dashboard auf – dort siehst du schleichende Verschlechterung, bevor sie weh tut.
  • Nach Änderungen neu messen. Ein Server-Umzug, ein Produktwechsel oder eine neue netcup-Generation verändert die Werte. Bewahre deine Benchmark-Ausgaben auf (ein einfaches Textfile im Backup genügt), dann hast du eine Vergleichsbasis.
  • Ehrlich bleiben: Benchmark-Zahlen altern und schwanken. Sie sind eine Orientierung, kein Versprechen – die geteilten vCores bedeuten, dass die reale Leistung immer auch von den Nachbarn auf dem Host abhängt. Für den Einstiegspreis liefert der VPS 1000 G12 aber eine bemerkenswert runde Vorstellung.

Feedback per E-Mail: feedback@serverkueche.de

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