netcup VPS 1000 G12 im Benchmark: Wie schnell ist er wirklich?
Gemessen auf einem netcup VPS 1000 G12: 1.390 Events/s pro Kern, 101.000 IOPS Random-Read, ~33 GB/s RAM – inklusive aller sysbench- und fio-Befehle.
Inhaltsverzeichnis
Der VPS 1000 ist netcups Einstiegs-VPS und der Server, auf dem die meisten Serverküche-Rezepte laufen. Aber wie schnell ist er wirklich? Wir haben ihn mit Standard-Tools durchgemessen – und zeigen dir die Befehle, mit denen du deinen eigenen Server gegenprüfst.
Hinweis
Was bauen wir?
Wir benchmarken die vier Dinge, die im Selfhosting-Alltag zählen: CPU, Arbeitsspeicher,
NVMe-Disk und Netzwerk – jeweils mit etablierten Open-Source-Tools (sysbench, fio,
7z, openssl, curl). Alle Zahlen unten stammen aus einem echten VPS 1000 G12 unter
Debian 13. Das Testgerät: AMD EPYC-Genoa, 4 vCore, 8 GB RAM, 256 GB NVMe.
Die wichtigsten Werte auf einen Blick (Median aus je drei Läufen im Oktober 2026, mit sysbench 1.0.20 und fio 3.39 auf einem VPS 1000 G12 im netcup-Rechenzentrum Wien):
| Bereich | Messwert (VPS 1000 G12) |
|---|---|
| CPU – 1 Kern (sysbench) | 1.390 Events/s |
| CPU – 4 Kerne (sysbench) | 5.556 Events/s (≈ 4× Skalierung) |
7-Zip (7z b) | ~23.400 MIPS gesamt |
| AES-256-GCM (AES-NI) | ~7,0 GB/s |
| RAM-Durchsatz | ~33 GB/s |
| NVMe – 4K Random Read | 101.000 IOPS |
| NVMe – 4K Random Write | 86.000 IOPS |
| NVMe – sequenziell lesen | 4,3 GB/s |
| NVMe – sequenziell schreiben | 2,5 GB/s |
| Download (Falkenstein) | ~243 MB/s (rund 2 Gbit/s) |
| Latenz (Anycast-Resolver 1.1.1.1) | ~12 ms |
| Steal Time (im Test) | 0 % |
Kurzeinordnung: Für einen Einstiegs-VPS sind das durchweg starke Werte – vor allem die NVMe-Disk und das Netzwerk spielen weit über dem, was man vom günstigsten Tarif erwartet. Wichtig ist aber der Kontext: Ein VPS teilt sich die physische CPU mit anderen Kund:innen (geteilte vCores). Deine Werte können je nach Auslastung der Nachbarn abweichen – wie du das erkennst, steht in „Wenn es nicht funktioniert".
Wie sehr das schwankt, siehst du am besten über die Zeit. Wir messen denselben Server regelmäßig neu und werfen die alten Zahlen nicht weg:
| Messung | 28.07.2026 | 03.10.2026 | 06.10.2026 | 08.10.2026 |
|---|---|---|---|---|
| CPU, 1 Thread (Events/s) | 1.495 | 1.390 | 1.441,88 | 1.453,23 |
| CPU, 4 Threads (Events/s) | 5.974 | 5.556 | 5.777,32 | 5.763,68 |
| 7-Zip (MIPS) | 27.400 | 23.400 | 24.310 | 24.547 |
| AES-256-GCM (GB/s) | 7,70 | 7 | 8,24 | 8,11 |
| RAM (MiB/s) | 28.727 | 32.043 | 33.124 | 32.610 |
| 4K Random Read (IOPS) | 101.000 | 101.000 | 101.000 | – |
| 4K Random Write (IOPS) | 67.000 | 86.000 | 88.000 | – |
| Sequenziell lesen (MiB/s) | 4.300 | 4.300 | 4.122 | – |
| Sequenziell schreiben (MiB/s) | 3.100 | 2.500 | 2.761 | – |
| Download Falkenstein (MB/s) | 246 | 243 | 240 | – |
| Methodik | Erstmessung zum Artikel, Einzelläufe | nächtliche Prüfung, Median aus drei Läufen | Vergleichsmessung gegen RS 1000, Aufwärmlauf verworfen, Median aus drei Läufen | Kontrollmessung zum RS, Server lief 4 Stunden. Aufwärmlauf verworfen, Median aus drei Läufen |
CPU und 7-Zip lagen im Juli 6 bis 15 % höher als heute, der RAM-Durchsatz dagegen niedriger. Die Disk- und Netzwerkwerte sind über alle Messungen hinweg praktisch unverändert. Nimm die Werte also als Größenordnung, nicht als Zielwert, den dein Server treffen muss.
Achte auf die Zeile „Methodik": Die Juli-Werte stammen aus Einzelläufen, die späteren aus dem Median von drei. Das ist kein Detail – das 4K-Schreiben schwankt zwischen dem ersten und den folgenden Läufen um mehr als das Dreifache.
VPS 1000 G12.5
4 vCore · 8 GB RAM · 128 GB SSD
ab 14,50 €/Monat
Der hier vermessene Server – Einstiegs-VPS mit 4 vCore, 8 GB RAM und NVMe.
💶 1 Monat gratis:
Einmal einlösbar, gilt für VPS 1000 G12.5. Im leeren Warenkorb einlösen – der Code legt den Server selbst hinein. Im Warenkorb einlösen →
💶 5 € Gutschein für netcup-Neukunden: immer gültig · nicht für Domains und VPS Lite
Voraussetzungen
Ein netcup-Server, z. B. dein erster VPS, mit SSH-Zugang.
Die Benchmark-Tools. Alle sind in den Debian-Paketquellen:
Terminalsudo apt update sudo apt install -y sysbench fio p7zip-fullEtwas freien Speicherplatz (die Disk-Tests schreiben ein paar GB temporär) und idealerweise keine produktive Last während der Messung.
Miss mehrmals
Schritt für Schritt
Schritt 1: Den Server einordnen
Bevor du misst, schau dir an, womit du es zu tun hast:
grep -m1 "model name" /proc/cpuinfo && nproc && free -hmodel name : AMD EPYC-Genoa Processor
4
total used free shared buff/cache available
Mem: 7.8Gi 857Mi 4.4Gi 652Ki 2.8Gi 6.9GiVier vCores auf einer AMD EPYC-Genoa (G12, die zum Messzeitpunkt aktuelle Generation) und 8 GB RAM. Wirf auch einen Blick auf die Steal Time – der Prozentsatz, den die CPU „wartet", weil ein Nachbar auf demselben Host gerade rechnet:
vmstat 1 3procs -----------memory---------- ---swap-- -----io---- -system-- -------cpu-------
r b swpd free buff cache si so bi bo in cs us sy id wa st gu
0 0 0 4660104 245260 2666092 0 0 0 0 168 109 0 0 100 0 0 0Interessant ist die Spalte st im cpu-Block – dort sollte möglichst 0 stehen. Achte darauf,
dass st nicht die letzte Spalte ist: Das vmstat aus Debian 13 hängt rechts noch gu
(Gast-Zeit) an, und wer blind die letzte Zahl abliest, liest die falsche. Bei uns stand st
über den ganzen Test auf 0 – kein spürbarer Nachbar-Einfluss. Hohe, dauerhafte Steal-Werte
wären das Zeichen eines überbuchten Hosts.
Schritt 2: CPU
sysbench rechnet Primzahlen – einmal auf einem Kern, einmal auf allen vieren:
sysbench cpu --cpu-max-prime=20000 --threads=1 run
sysbench cpu --cpu-max-prime=20000 --threads=4 run1 Thread: events per second: 1390.13
4 Threads: events per second: 5555.91Zwei Dinge sind hier bemerkenswert: die solide Single-Thread-Leistung (Genoa-Kerne sind schnell) und die fast perfekte Skalierung – 4 Threads liefern das 3,997-fache eines einzelnen. Das heißt: Zum Messzeitpunkt standen die vier vCores voll zur Verfügung, ohne dass sich Nachbarn Rechenzeit abgezwackt haben.
Ein zweiter, praxisnaher CPU-Test ist der eingebaute 7-Zip-Benchmark (Kompression, nutzt alle Kerne):
7z bTot: 372 6295 233947z b misst Kompression und Dekompression getrennt und fasst beide in der letzten Zeile
zusammen. Die drei Zahlen dort sind CPU-Auslastung in Prozent, MIPS pro ausgelastetem Kern und
ganz rechts das Gesamt-Rating – das sind die rund 23.400 MIPS. Ein guter Richtwert, um
den VPS mit anderen 7-Zip-Ergebnissen im Netz zu vergleichen, aber nur gegen dieselbe
7-Zip-Version: Wir messen hier mit 7-Zip 25.01, und schon ein Versionswechsel verschiebt das
Rating spürbar. Und weil Verschlüsselung überall mitläuft (HTTPS, Backups, VPN), noch die
AES-Leistung mit Hardware-Beschleunigung (AES-NI):
openssl speed -evp aes-256-gcmtype 16 bytes 64 bytes 256 bytes 1024 bytes 8192 bytes 16384 bytes
AES-256-GCM 82218.15k 307847.98k 1179839.27k 2729521.15k 7034858.01k 7990618.79kopenssl speed misst standardmäßig single-threaded – die Zahl gilt also für einen Kern.
Für den Durchsatz über alle Kerne hängst du -multi $(nproc) an. In unserem Lauf lag ein
einzelner Kern bei den 8-KB-Blöcken bei rund 7,0 GB/s (7.034.858 k). TLS ist auf diesem
Prozessor damit ohnehin nie der Flaschenhals.
Schritt 3: Arbeitsspeicher
sysbench schreibt einen großen Block wiederholt durch den RAM und misst den Durchsatz:
sysbench memory --memory-block-size=1M --memory-total-size=30G --threads=4 run30720.00 MiB transferred (32043.47 MiB/sec)Rund 33 GB/s – reichlich für Datenbanken, Caches (Redis/Valkey) und alles, was viele kleine Objekte im Speicher hält. RAM ist bei diesem Tarif erfahrungsgemäß eher über die Menge (8 GB) als über den Durchsatz limitiert.
Schritt 4: NVMe-Disk
Hier trennt sich Spreu von Weizen – die Disk ist bei den meisten selbstgehosteten Apps der
eigentliche Flaschenhals. fio misst realistisch, wenn du mit --direct=1 den Seiten-Cache
umgehst (sonst misst du den RAM, nicht die Platte).
Nicht in /tmp messen
/tmp standardmäßig ein tmpfs, liegt also im RAM. Wer dort misst,
bekommt Fantasiewerte – auch mit --direct=1, denn das umgeht nur den Seiten-Cache, nicht
ein RAM-Dateisystem. Prüfe vorher mit findmnt --target . -no FSTYPE, dass dort ext4
steht und nicht tmpfs. Lege das Testverzeichnis deshalb auf die echte Platte:mkdir -p /var/tmp/fiobench && cd /var/tmp/fiobench
findmnt --target . -no SOURCE,FSTYPE/dev/vda4 ext4Jetzt die für Datenbanken entscheidenden 4K-Random-IOPS:
# Lesen (4K random read)
fio --name=rr --ioengine=libaio --direct=1 --rw=randread --bs=4k \
--numjobs=4 --iodepth=32 --size=512M --runtime=20 --time_based --group_reporting
# Schreiben (4K random write) – gleicher Befehl, nur --rw=randwrite
fio --name=rw --ioengine=libaio --direct=1 --rw=randwrite --bs=4k \
--numjobs=4 --iodepth=32 --size=512M --runtime=20 --time_based --group_reportingread: IOPS=101k, BW=394MiB/s
write: IOPS=86.0k, BW=336MiB/s101.000 Lese- und 86.000 Schreib-IOPS bei 4K – das ist echtes NVMe-Niveau und der Grund, warum sich Nextcloud, Datenbanken oder Paperless auf diesem VPS spürbar flüssig anfühlen. Der Schreibwert ist dabei der unruhigste der ganzen Messreihe: Unser allererster Lauf landete bei nur 27.600 IOPS, die drei danach bei 85.000 bis 90.000. Genau deshalb wirft man den ersten Lauf weg. Und der sequenzielle Durchsatz (große Dateien, Backups, Video):
# Lesen (sequenziell)
fio --name=sr --ioengine=libaio --direct=1 --rw=read --bs=1M \
--numjobs=1 --iodepth=16 --size=2G --runtime=15 --time_based
# Schreiben (sequenziell) – gleicher Befehl, nur --rw=write
fio --name=sw --ioengine=libaio --direct=1 --rw=write --bs=1M \
--numjobs=1 --iodepth=16 --size=2G --runtime=15 --time_basedREAD: bw=4123MiB/s (4,3 GB/s)
WRITE: bw=2392MiB/s (2,5 GB/s)4,3 GB/s lesend, 2,5 GB/s schreibend. Ein restic-Backup oder ein großer docker pull
ist damit in Sekunden durch. Räum das Testverzeichnis danach wieder weg – fio lässt je
nach Lauf mehrere GB liegen:
cd / && rm -rf /var/tmp/fiobenchSchritt 5: Netzwerk
Für den Durchsatz lädst du eine große Testdatei von einem gut angebundenen Server. Wir nehmen den Hetzner-Speedtest in Falkenstein (Deutschland):
curl -o /dev/null -w "%{speed_download} B/s in %{time_total}s\n" \
https://fsn1-speed.hetzner.com/1GB.bin243470148 B/s in 4.410158s~243 MB/s, also rund 2 Gbit/s – 1 GB in gut vier Sekunden. Derselbe Test gegen Hetzners
US-Standort (ash-speed.hetzner.com, Ashburn) lieferte distanzbedingt nur ~37 MB/s und
brauchte 29 Sekunden; innerhalb Europas ist die Anbindung exzellent. Zum Schluss die Latenz:
ping -c 5 1.1.1.1rtt min/avg/max/mdev = 12.355/12.401/12.463/0.035 ms~12 ms zu 1.1.1.1 (Cloudflares Anycast-Resolver, also ein naher Netzknoten – kein rein
deutsches Ziel), sehr konstant (die Abweichung liegt im Hundertstel-Bereich). IPv6 ist aktiv
und funktioniert: Derselbe Ping auf 2606:4700:4700::1111 kam ohne Paketverlust zurück. Eine
IPv6-Latenz mit der IPv4-Zahl zu vergleichen, lohnt bei einem Anycast-Ziel allerdings nicht –
beide Adressfamilien landen oft auf ganz unterschiedlichen Knoten.
Wenn es nicht funktioniert
Deine Werte liegen deutlich unter unseren, besonders bei der CPU. Ein VPS teilt sich die
physische CPU. Prüfe die Steal Time (vmstat 1, Spalte st) und top (Zeile %st). Ist
sie dauerhaft hoch, rechnen gerade Nachbarn auf demselben Host. Miss zu einer anderen Tageszeit
erneut – oft ist der Unterschied dann weg.
Die Disk-Werte sind absurd hoch (z. B. „10 GB/s random read"). Dafür gibt es zwei Ursachen,
und beide musst du ausschließen. Entweder fehlt --direct=1, dann misst fio den Seiten-Cache
im RAM statt der NVMe. Oder du misst in /tmp – das ist auf Debian 13 ein tmpfs und liegt
komplett im RAM, wogegen auch --direct=1 nichts ausrichtet; uns hat dieser Fehler 913.000
statt 101.000 IOPS angezeigt, also fast das Neunfache. Prüfe mit
findmnt --target . -no FSTYPE, worauf du misst: Steht dort tmpfs statt ext4, wechsle in
ein Verzeichnis auf der echten Platte wie /var/tmp.
lsblk zeigt für vda die Spalte ROTA=1 („rotierend") – ist das eine Festplatte statt
NVMe? Nein. Das ist ein Virtualisierungs-Artefakt: Der virtio-Treiber meldet die
virtuelle Disk pauschal als rotierend. Die gemessenen 100k+ IOPS und 4 GB/s beweisen, dass
echter Flash-Speicher dahintersteht.
Der Download ist viel langsamer als 2 Gbit/s. Miss gegen einen nahen, schnellen Server
(z. B. Falkenstein). Ein weit entferntes Ziel oder eine langsame Gegenstelle begrenzt die
Messung, nicht dein VPS. Ein einzelner curl-Stream schöpft zudem nicht immer die volle
Bandbreite aus.
Jeder Lauf liefert andere Zahlen. Normal – Benchmarks schwanken. Miss mehrfach, verwirf den ersten Lauf als Aufwärmlauf und nimm den Median der übrigen. Bei uns lag genau dieser erste Lauf beim Schreibtest um den Faktor drei daneben. Vergleiche außerdem nur gleiche Tool-Versionen und Parameter miteinander.
Dein Problem ist nicht dabei? Alle Fehlermeldungen durchsuchen →
Wartung & Backups
- Für wen reicht der VPS 1000 G12? Für praktisch alle Einzeldienste dieser Seite – SSH,
Traefik, Vaultwarden, Uptime Kuma, ein kleines Nextcloud.
Eng wird es weniger bei CPU oder Disk als beim RAM: Sobald mehrere schwere Apps (Nextcloud
- Immich + Datenbanken) parallel laufen, ist ein Upgrade zum VPS 2000 (16 GB) der sinnvollste nächste Schritt.
- Steal Time dauerhaft beobachten. Ein einmaliger Benchmark ist eine Momentaufnahme. Wer die Leistung langfristig im Blick behalten will, nimmt CPU-Steal, I/O und Netzwerk in ein Grafana-Dashboard auf – dort siehst du schleichende Verschlechterung, bevor sie weh tut.
- Nach Änderungen neu messen. Ein Server-Umzug, ein Produktwechsel oder eine neue netcup-Generation verändert die Werte. Bewahre deine Benchmark-Ausgaben auf (ein einfaches Textfile im Backup genügt), dann hast du eine Vergleichsbasis.
- Ehrlich bleiben: Benchmark-Zahlen altern und schwanken. Sie sind eine Orientierung, kein Versprechen – die geteilten vCores bedeuten, dass die reale Leistung immer auch von den Nachbarn auf dem Host abhängt. Für den Einstiegspreis liefert der VPS 1000 G12 aber eine bemerkenswert runde Vorstellung.
Zuletzt aktualisiert: 06.10.2026
Feedback per E-Mail: feedback@serverkueche.de
Das könnte dir auch schmecken


